Geschichte

Ehehindernisse im Frühmittelalter (500–1000) – Geschichtskrümel 33

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Lesezeit: 2 Minuten Heute geht es um die Ehe im Reich der Franken, genauer um einen Teilaspekt, nämlich warum eine Ehe nicht zustande kommen konnte oder wie man sich wieder scheiden ließ. Das fränkische Recht war in steter Entwicklung, und die zunehmende Christianisierung zwang die Gesellschaft dazu, nach und nach Kirchenrecht und althergebrachtes Recht einander anzugleichen. Vielleicht erinnern sich einige noch an meinen Artikel über die Wikinger-Ehe, welcher diesen Aspekt ebenfalls kurz anschneidet. Ehehindernisse Weltliches und kirchliches Recht waren sich in einer Sache Weiterlesen

Frühe Neuzeit

Der Hausfrieden und das Recht zur Selbstverteidigung im Spätmittelalter – Geschichtskrümel 31

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Lesezeit: 4 Minuten Ehre, Freiheit und die Waffe an der Seite gehen Hand in Hand. Wer eine Waffe trägt, der kann sie wiederum auch einsetzen, ja muss sie sogar einsetzen. Die Freiheit, eine Waffe zu tragen, ging einher mit dem Anspruch, die eigene Ehre und den eigenen Besitz zu verteidigen. Ich nenne es hier einmal Freiheit, weil Rechte ein eher modernes Konzept sind, damals sprach man noch von Freiheiten, welche bestimmten Personengruppen bestimmte Vorzüge einräumten. Diese Freiheiten konnten an einzelne Personen, Personengruppen wie Weiterlesen

Geschichte

Recht im Frühmittelalter: Das fränkische Gericht – Geschichtskrümel 29

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Lesezeit: 4 Minuten Das Gerichtswesen der frühmittelalterlichen Bewohner des heutigen Frankreich und Deutschland unterscheidet sich deutlich vom römischen, auch wenn der Kontakt mit den Römern spürbaren Einfluss auf das Recht der „Barbaren“ hatte. Wie viel Einfluss das römische Denken hatte, das unterschied sich von Volk zu Volk. Das Gerichts- und Rechtswesen der Franken enthält von den überlieferten Volksrechten noch am deutlichsten „eigene“, vorrömische Elemente. Im fränkischen Königreich (Merowinger, Karl der Große etc.) unterlagen Unfreie oftmals dem Hofrecht und mussten zum Hofgericht ihres Herrn. Weiterlesen

Geschichte

Vom Gewalthuhn und vom Hühnerfrieden – Geschichtskrümel 18

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Lesezeit: 2 Minuten Das mittelalterliche Huhn steht im Mittelpunkt so mancher dörflichen Interaktion. Es ist eine der Währungen für Transaktionen zwischen Obrigkeit und Bauernschaft. Wie wichtig das Huhn war, können wir daran erkennen, wie viele Spezialwörter es zum Huhn gibt. Im Deutschen Rechtswörterbuch finden wir immerhin 136 Einträge zum Huhn, darunter nicht nur das eingangs erwähnte Gewalthuhn, sondern auch solche Spezialhühner wie das Minnehuhn oder das Ehrenhuhn. Zudem ist das Huhn auch ein wichtiges Symbol der Anwesenheit menschlichen Lebens. Wo es brennt (also Weiterlesen

Geschichte

Wikinger-Ehe – Geschichtskrümel 7

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Lesezeit: 3 Minuten Die paganistische (vorchristliche) Ehekonzeption der Skandinavier („Wikinger“) unterscheidet sich drastisch von dem, was wir heute unter Ehe verstehen, und ist der germanischen gar nicht so unähnlich. Die Eheanbahnung und der Vollzug der Ehe bestanden aus zwei Schritten: der Verlobung, bei der auch der Brautpreis ausgehandelt wurde, und der eigentlichen Eheschließung. Innerhalb dieser Kaufehe erwarb der zukünftige Ehemann das Recht, eine Frau zu heiraten, von ihrer Familie. Im Allgemeinen waren solche Ehen monogam – und erhaltene Gesetzestexte aus Island schreiben dies Weiterlesen