Geschichte

Ehescheidung im Frühmittelalter (500–1000) – Geschichtskrümel 34

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Lesezeit: 4 Minuten Letzte Woche habe ich darüber geschrieben, was eine Ehe verhindern kann. Aber was passiert, wenn man eine Ehe scheiden will? Heißt es nicht eigentlich „bis dass der Tod uns scheidet“? Nicht ganz. Die Kirche vertrat hier natürlich eine klare Position, aber das frühmittelalterliche Recht orientierte sich längst nicht nur an den Wünschen der Pfaffen und Kirchenherren! Scheidungsgründe Bevor das Kirchenrecht nach und nach Scheidungsgründe ausräumte, gab es so einiges, was zur Scheidung herhalten konnte: Musste ein Partner aufgrund einer Fehde Weiterlesen

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Ehehindernisse im Frühmittelalter (500–1000) – Geschichtskrümel 33

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Lesezeit: 2 Minuten Heute geht es um die Ehe im Reich der Franken, genauer um einen Teilaspekt, nämlich warum eine Ehe nicht zustande kommen konnte oder wie man sich wieder scheiden ließ. Das fränkische Recht war in steter Entwicklung, und die zunehmende Christianisierung zwang die Gesellschaft dazu, nach und nach Kirchenrecht und althergebrachtes Recht einander anzugleichen. Vielleicht erinnern sich einige noch an meinen Artikel über die Wikinger-Ehe, welcher diesen Aspekt ebenfalls kurz anschneidet. Ehehindernisse Weltliches und kirchliches Recht waren sich in einer Sache Weiterlesen

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Der Zweck der Ehe im Frühmittelalter (500–1000) – Geschichtskrümel 32

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Lesezeit: 3 Minuten „Das traditionelle Familienbild“ ist ja immer wieder Teil der politischen Debatten, hier in Deutschland wie auch anderswo. Viele dieser Ideen, welche unsere Ansichten prägen, gehen auf eine lange Tradition der theologischen, aber auch der weltlichen Vordenker zurück, die das normative Gerüst geschaffen haben, das erst seit Kurzem wieder unter einem neuen Licht gesehen wird und von dem wir als Gesellschaft in der heutigen Zeit immer mehr abweichen. Im Frühmittelalter stand die Ehe noch in einem Spannungsfeld aus althergebrachten Vorstellungen, wie Weiterlesen

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Recht im Frühmittelalter: Das fränkische Gericht – Geschichtskrümel 29

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Lesezeit: 4 Minuten Das Gerichtswesen der frühmittelalterlichen Bewohner des heutigen Frankreich und Deutschland unterscheidet sich deutlich vom römischen, auch wenn der Kontakt mit den Römern spürbaren Einfluss auf das Recht der „Barbaren“ hatte. Wie viel Einfluss das römische Denken hatte, das unterschied sich von Volk zu Volk. Das Gerichts- und Rechtswesen der Franken enthält von den überlieferten Volksrechten noch am deutlichsten „eigene“, vorrömische Elemente. Im fränkischen Königreich (Merowinger, Karl der Große etc.) unterlagen Unfreie oftmals dem Hofrecht und mussten zum Hofgericht ihres Herrn. Weiterlesen

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Heiliger Henker, schrecklicher Scharfrichter – Geschichtskrümel 6

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Lesezeit: 2 Minuten Mit dem späten 14. Jahrhundert geriet der Henker nach und nach in Verruf. Kein Priester konnte ihm noch Absolution für seine Vergehen erteilen. Wollte er sich von seinen Sünden reinwaschen, musste er sich schon um eine Appellation beim Papst bemühen und reichlich Buße tun. Das war aber nicht immer so. Dem Henker wurden von Alters her magische Fähigkeiten und eine besondere Verbindung zu Gott zugesprochen. Die heidnische Tradition betonte nicht das unreine Töten, sondern das Sühnen einer Missetat. Der früh- Weiterlesen

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Oh, how the mighty have fallen – Geschichtskrümel 4

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Lesezeit: 2 Minuten Den Westfranken (heutiges Frankreich) war wenig Glück beschert im Kampf gegen die anhaltende Wikingerplage. Nachdem Alfred der Große die Wikinger auf den britischen Inseln in Bedrängnis gebracht hatte, flohen viele von ihnen über das Meer in die Bretagne. Sie wurden sehr schnell zu einer Heimsuchung für die Franken. Das Ableben von Karl dem Kahlen († 877) und der unerwartet frühe Tod seines Sohnes Ludwig des Stammlers († 879) hatten die Instabilität im Reich befördert, sodass es sich unter der Herrschaft Weiterlesen