Geschichte

Seuchen im Mittelalter: Volksmedizin und Magie – Geschichtskrümel 46

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Lesezeit: 7 Minuten Die vorherrschende Leitidee der Medizin war die Säftelehre von Galen. Bewahrt wurde dieses Wissen im Mittelalter von den Klöstern, die für die Gesundheit der Bevölkerung nach christlichen Leitlinien sorgen sollten. Allerdings drang die Klostermedizin noch lange nicht in alle Bereiche des medizinischen Alltags vor. Der Verfasser des Lorscher Arzneibuches aus der Zeit von Karl dem Großen (795) begründet beispielsweise nicht nur, dass die Heilkunde eine gottgewollte Sache ist – sie wird in der Bibel erwähnt –, sondern auch, dass neben Weiterlesen

Geschichte

Was ist Ehre? Ein Einblick in das mittelalterliche Ehrkonzept – Geschichtskrümel 45

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Lesezeit: 6 Minuten Die Ehrenhaftigkeit spielt heutzutage kaum noch eine Rolle. Oftmals reicht schon der Hinweis auf die Legalität, um eine Handlung zu legitimieren. Im Fantasy-Rollenspiel oder in historischer Literatur hingegen ist Ehre immer wieder ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal von Charakteren. In diesen Geschichten, vor allem aber in Rollenspielen, wird sie oft vereinfacht auf irgendwelche starren Verhaltensregeln, die es einzuhalten gilt und anhand deren man dann festmacht, ob ein Charakter „seinem Ehrenkodex folgt“ oder eben auch nicht. In der realen Geschichte ist Ehre deutlich Weiterlesen

Antike

Seuchen im Mittelalter: Grundlagen – Geschichtskrümel 44

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Lesezeit: 6 Minuten Krankheiten sind trotz Phagentherapie, Antibiotika, Impfungen und Desinfektionsmitteln noch lange nicht ausgerottet. Die Erkältung sucht uns nach wie vor alle heim, und die Grippe verändert sich so schnell, dass wir uns jedes Jahr neu impfen müssen. Einige der „großen Alten“ haben wir jedoch besiegt, beispielsweise die Pocken. Die sprichwörtlichen Krankheiten „Pest und Cholera“ sind allerdings immer noch da! Ja, die Pest ist noch immer auf der Welt aktiv. Allerdings ist sie längst nicht mehr der große Killer von einst. Jedoch Weiterlesen

Geschichte

Der Weihnachtsfrieden von 1914 – Geschichtskrümel 43

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Lesezeit: 10 Minuten Der eine oder andere hat sicherlich schon einmal vom Weihnachtsfrieden an der Westfront während des Ersten Weltkriegs gehört. Es ist die klassische Geschichte über den einenden Charakter der Weihnacht, der über die Bevölkerungsgrenzen hinaus die westlichen Kulturen verbindet. Er ist aber nicht nur eine hübsche Anekdote. Er ist auch ein seltener „Waffenstillstand von unten“, denn er ging nicht von den Offizieren aus, sondern entwickelte sich spontan aus den Schützengräben der Soldaten heraus. Flandern, 1914 „Encore, Encore! Good singing, old Fritz!“, Weiterlesen

Geschichte

Das „traditionelle Fest“: Eine kurze Geschichte der Weihnacht – Geschichtskrümel 42

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Lesezeit: 10 Minuten Traditionell – modern. Beides! Die Ursprünge von dem, was wir heute als „traditionelle Weihnachten“ ansehen, liegen in gar nicht allzu ferner Vergangenheit. Das viktorianische England war die prägende Epoche für die Weihnacht à la Charles Dickens, die über Amerika ihren Weg in die Welt nahm. Letzte Woche habe ich über die vorchristlichen Wurzeln geschrieben. Julebuk und Fruchtbarkeitsriten spielen heute aber keine Rolle mehr. Der immergrüne Baum und die Geschenke sind uns aber erhalten geblieben. Hinzu kommt ein gehöriger Schuss Kommerz. Weiterlesen

Antike

Vorchristliche Wurzeln: Eine kurze Geschichte der Weihnacht – Geschichtskrümel 41

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Lesezeit: 8 Minuten Weihnachten, das ist doch das Fest, an dem der Geburtstag von Jesus gefeiert wird, nicht wahr? Nun… auch das! Aber eben nicht nur. Die Geschichte der „traditionellen Weihnacht“, wie sie vielen Leuten aus ihrer Kindheit in warmer Erinnerung geblieben ist, hat noch keine 200 Jahre auf dem Buckel. Weihnachtsbaum, singende Kinder, Geschenke unterm Tannengrün und die Christkind-Krippe sind recht neu, wenn man die lange Geschichte Europas betrachtet. Dabei wurde sich die Weihnacht international immer ähnlicher. Kein Wunder, dass sie 1914 Weiterlesen

Geschichte

Die Spielleute: Töchter Salomes – Geschichtskrümel 40

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Lesezeit: 5 Minuten Galten Spielleute im Mittelalter sowieso schon als anrüchig und unstet, traf das Urteil der „guten Gesellschaft“ die Spielfrauen besonders hart. Das moralische Ansehen einer Frau war schnell beschädigt. All das was hinter verschlossener Tür passierte, konnte Gerüchte nähren. Dagegen half nur die rege Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Je mehr die eigene Gemeinde einen kannte und wahrnehmen konnte, desto weniger Raum blieb für das Ausgedachte. Spielfrauen waren entsprechend für die Meisten wie eine leere Leinwand, auf die sie das Bild malen Weiterlesen

Geschichte

Die Spielleute: Verehrt und verachtet – Geschichtskrümel 39

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Lesezeit: 4 Minuten Das Bild der Spielleute hatte sich seit der Antike geändert, und im christlich geprägten Mittelalter waren die Spielleute genau wie die Henker, die Bettler und die Krüppel Teil der Randgruppen der Gesellschaft. Sie waren nicht sesshaft und standen damit außerhalb der „guten Ordnung“. Dabei muss man wissen, dass die Vorstellung der Gesellschaft anders als heute sehr viel statischer war. Es gab die Annahme einer prinzipiell korrekten, weil göttlichen, Ordnung der Welt. Diese klare Ordnung der Welt beinhaltete auch das Böse Weiterlesen