Frühe Neuzeit

Pinte, Herberge, Winkelwirtschaft. Vormoderne Gastwirtschaften – Geschichtskrümel 89

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Lesezeit: 9 Minuten Im Fantasy-Genre tauchen sie immer wieder auf: Tavernen. Meist sind es beschauliche Gasthäuser, in denen ein Wirt hinter einem Tresen steht. Dieser serviert dann Bier oder Ale, wenn die Protagonisten der Geschichte sich mit einem obskuren alten Mann treffen, der ihnen Hinweise auf das nächste Abenteuer gibt. Die reale Geschichte sieht etwas anders aus. Und ist mindestens genauso spannend, wenn nicht sogar spannender! Bis ins 13. Jh. gab es im mittelalterlichen Europa kaum Gasthäuser. Wer unterkommen musste, der suchte sich Weiterlesen

Geschichte

Geröstete Vögel und knusprige Knaben. Montezumas Bankett – Geschichtskrümel 88

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Lesezeit: 6 Minuten Menschen essen, Menschen feiern, Menschen geben an. Manchmal verbinden sie die drei Dinge sogar miteinander. So beispielsweise bei einem königlichen Bankett in England, bei dem ein paar Tausend Hirsche, Schweine und andere Tiere dran glauben müssen. Es geht natürlich auch kleiner, beispielsweise bei einer norwegischen Bauernhochzeit, wo eher die Frage im Raum steht, ob das Brot gesüßt wurde oder nicht. Heute möchte ich allerdings Europa weit hinter mir lassen und einen Blick über den Atlantik werfen. Denn auch die mächtigen Weiterlesen

Frühe Neuzeit

Drei Tage Trunk und Tanz. Eine Bauernhochzeit in Norwegen – Geschichtskrümel 87

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Lesezeit: 9 Minuten Mächtige Männer wie King Henry oder Bischof George Neville fraßen mit ihren Gästen das Umland leer, wenn sie Tausende Schweine, Ziegen und Hirsche auf ihren Thronbesteigungsfeiernals Festmahl auftischen ließen. Dabei drehte sich zwar vieles um das Essen, aber ausgefeilte Riten, Zeremonien und Ehrenämter luden das Gelage auch mit einem hohen symbolischen Inhalt auf. Wer war wichtig, wer nicht? Wer stand wo in der Gunst des Herrschers? Und vieles mehr. Aber nicht nur der Adel feierte Feste! Auch die unteren Stände Weiterlesen

Geschichte

Ein königliches Festmahl – Geschichtskrümel 86

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Lesezeit: 7 Minuten Die Könige Englands regulierten im Hochmittelalter die Nutzung ihrer Wälder mit strengen Gesetzen und harten Strafen. Ein getötetes Reh führte zu einer Untersuchungskommission, fast als wäre es ein Mord an einem Menschen gewesen. Die Gründe waren simpel: Die Könige wollten der Jagd frönen können, und der Königshof brauchte Fleisch. Sehr viel Fleisch. Gegen 1300 waren die englischen Wildbestände trotz aller Regeln und Verbote arg dezimiert. Warum das so war, wird vielleicht etwas klarer, wenn man sich anschaut, wie viel bei Weiterlesen

Geschichte

Der Königsforst und das Forstrecht im hochmittelalterlichen England – Geschichtskrümel 85

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Lesezeit: 8 Minuten Hier hinter dem Haus gibt es einen Wald, genau dort, wo einst der Todesstreifen West-Berlin von der DDR abtrennte. Jede Nacht kommt eine Rotte Wildschweine und wühlt in der Suhle, wo das abgeleitete Regenwasser versickert. Das Einzige, was den Garten von ihnen trennt, ist ein kleiner, nicht besonders solider Maschendrahtzaun. Regelmäßig fliehen wir vor ihnen beim Spaziergehen, wenn der Eber mal wieder im Gebüsch grunzt. Die schmackhaften Biester einfach jagen gehen, das dürfen wir natürlich nicht. Das verbietet der Staat, Weiterlesen

Geschichte

Sexcrimes! – Homosexuelle Partnerschaften im Mittelalter – Geschichtskrümel 84

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Lesezeit: 7 Minuten Als das Mittelalter voranschritt und der Druck durch äußere Feinde auf die europäischen Christen stieg, gerieten vielerorts Sodomiten als Häretiker ins Visier der Gesetzgeber. Freiheiten verschwanden, und Sexualität wurde stärker von oben reglementiert. Selten einmal tatsächlich erfolgreich, klar. Der Arm des Staates war beileibe nicht so lang wie heute, und Überwachung war schwierig. Was aber anstieg, das war das Risiko. Nicht jeder traut sich, seine Sexualität auszuleben und beispielsweise als schwuler Mann einen Liebhaber zu suchen, wenn dafür gleich die Weiterlesen

Geschichte

Sexcrimes! – Häresie und Homosexualität im Mittelalter – Geschichtskrümel 83

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Lesezeit: 10 Minuten Sexualität im Mittelalter unterlag vielen Normen und Regeln – die dann doch nicht immer eingehalten wurden. Gegen die spirituellen Gefahren, die mit der baldigen Apokalypse einhergingen, halfen Fasten oder ein gefüllter Geldbeutel, damit das jemand anderes für einen übernahm. Auch wenn die Theologen gerne einmal betonten, dass der einzig wahre Sex freudlose Prokreation in der einzig erlaubten Missionarsstellung sein sollte, finanzierten Klöster hin und wieder auch ihre Bordelle mit Almosen der Gläubigen oder Bischöfe ließen im Turm der Kathedrale ihre Weiterlesen

Geschichte

Sexcrimes! – Prostitution im Mittelalter – Geschichtskrümel 82

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Lesezeit: 11 Minuten Wir alle existieren. Also hatten unsere Vorfahren Sex! Logisch. Immer aber wurde dabei bewertet, geordnet, reguliert und moralisiert. Die klassischen Argumente ziehen ihr Gewicht aus der Religion oder dem Erhalt der öffentlichen Ordnung und der guten Sitten. Als Teil dieser Serie habe ich bereits über die Sexualmoral in Babylon gesprochen, wo Prostituierte keine Kopftücher tragen durften. Ebenso habe ich diskutiert, wie die Verhaftung eines schwulen Rennfahrers nicht nur zu einem Aufstand führte, sondern auch die Sexualgesetze im alten Rom auf Weiterlesen